Die Entwicklung des Vereins nach der Neugründung
Am 20. 3. 1984 legte der Bürgerverein erstmals einen schriftlichen Rechenschaftsbericht vor. Er gibt Aufschluss über die Mitgliederentwicklung und Aktivitäten seit der Wiedergründung im Jahre 1953.
Die Entwicklung der Mitgliederzahlen:
1953 30 Mitglieder
1955 44 Mitglieder
1956 94 Mitglieder
1958 114 Mitglieder
1959 122 Mitglieder
1971 141 Mitglieder
1974 162 Mitglieder
1976 176 Mitglieder
1978 178 Mitglieder
1980 180 Mitglieder
1983 166 Mitglieder
1984 1.1. 225 Mitglieder
1985 März 323 Mitglieder
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2007 423 Mitglieder
2008 März 410 Mitglieder
Bemerkenswert sind die Zuwächse in den Jahren 1955 bis 1959 von 44 auf 122 Mitglieder und 1983 bis 1985 von 166 auf 323 Mitglieder. Aufgrund groß angelegter Mitgliederwerbeaktionen stieg in nur zwei Jahren die Mitgliederzahl sprunghaft von 166 auf 318 Mitglieder an - ein Zuwachs von über 37% im Jahre 1983 und von 48,6% im Jahre 1984. Das ist nahezu eine Verdoppelung der Mitgliederzahl innerhalb von zwei Jahren - eine einmalige Entwicklung in der bis dahin 75jährigen Vereinsgeschichte. Wenn der Verein 1991 über 600 Mitglieder zählt, so sind die jährlichen Zuwachsraten seitdem ebenfalls als beachtenswert zu bezeichnen.
Mit den neuen Mitgliedern sank das Durchschnittsalter (z.B. 1983 von 60,3 auf 58,1 Jahre). Der Anteil der männlichen Mitglieder schwankt um die 75%, die Frauen sind damit weit unterrepräsentiert, zumal Praunheim wie die meisten anderen Ortsteile der Stadt einen "Frauenüberhang" aufweist (1986 - 7752 weibliche, 5955 männliche Bürger).
Mit der Vergrößerung des Vereins wurde auch die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert, ein Festausschuss mit der Vorbereitung und Planung aller Veranstaltungen beauftragt und die umfangreiche Mitgliederkartei elektronisch nach verschiedenen Kriterien erfasst.
Für den 7. - 8. Juli 1984 wird erstmals das Zehntscheunenfest geplant, das seitdem jährlich im Hochsommer stattfindet, sich sehr großer Beliebtheit erfreut und mittlerweile der gesellige Höhepunkt für Praunheim und darüber hinaus geworden ist.
Für den 1. - 2. Dezember 1984 wird eine Ausstellung der Praunheimer Hobbykünstler geplant, die ebenfalls jährlich am ersten Adventswochenende im Saal der benachbarten Praunheimer Werkstätten stattfindet und eine weitere feste Einrichtung des Vereinslebens geworden ist.
Die Zehntscheune als Bürgertreff
Wann die Zehntscheune genau errichtet wurde, ist bis heute umstritten. Als wahrscheinlich gilt, dass die Scheune um das Jahr 1396 erbaut wurde. Damals wurden in Praunheim erstmalig die Praunheimer Mühlen urkundlich erwähnt. Andere Quellen datieren den Bau auf das Jahr 1318, als König Ludwig der Bayer das Patronatsrecht über die Praunheimer Kirche dem Frankfurter Leonhardsstift schenkte. Vielleicht ist die Scheune aber auch schon im 12. Jahrhundert erbaut worden, als Erzbischof Adelbert von Mainz die Zehnten der Dörfer Ursel, Heddernheim und Hausen - alles Einkünfte der Praunheimer Kirche - von dem Freien Gottfried von Bruch erwarb.
Welches Jahr auch immer das richtige ist, fest steht, dass die Scheune als Lager für den Kirchenzehnten diente. In den folgenden Jahrhunderten diente die Scheune verschiedensten Zwecken. Sie wurde als Gefängnis, Leichenhalle, Baulager und als Garage z.B. für ein Feuerlöschfahrzeug genutzt. Bis der Bürgerverein sich der stark sanierungsbedürftigen Scheune annahm. Der Verein begann für seine Idee zu werben, die Zehntscheune als Bürgertreff zu nutzen.
Ab dem 01.November 1990 war die Zehntscheune durch Nutzungsvertrag zwischen der Saalbau GmbH und dem Bürgerverein, dem Verein zur "nichtgewerblichen Nutzung für Zwecke des Vereins" "auf unbestimmte Zeit" und ohne Nutzungsentgelt überlassen. Eigentümerin blieb weiterhin die Stadt Frankfurt am Main. Die Betriebskosten trug der Bürgerverein.
Die Zehntscheune wurde dann an die Stadt zurückgegeben. Der Bürgerverein hat anschließend mit dem Liegenschaftsamt der Stadt Frankfurt Verhandlungen zur Übernahme der Zehntscheune geführt und 1996 nach langen, zähen Verhandlungen die Zehntscheune erworben und Grund und Boden in Erbpacht übernommen. In unzähligen Arbeitsstunden wurde die Zehntscheune von Bürgervereinsmitgliedern zu einem, in Frankfurt einmaligen Ort der Begegnung, um- und ausgebaut. Der Gesamte Um- / Ausbau wurde aus eigenen Mitteln finanziert.
Gekrönt wurde der Zehntscheunenausbau 2003, als wiederum überwiegend mit Vereinsmitgliedern und ausschließlich mit eigenen finanziellen Mitteln ein Anbau ausgelegt als Foyer fertig gestellt wurde. In diesem Anbau sind auch endlich die notwendigen sanitären Anlagen mit integriert worden.
In der Zehntscheune finden, übers Jahr verteilt, viele Veranstaltungen des Bürgervereins statt, unter anderem Jazz, Blues und Liederabende. Auch Kindertheater, Jubiläumsveranstaltungen, Empfänge und Ortsbeiratssitzungen werden gerne in diesem einmaligen Ambiente durchgeführt.


